Uli Brée

Foto: Oskar Schmid

Uli Brée ist Autor zahlreicher Fernseherfolge wie »Biester«, »Vorstadtweiber« und »Vier Frauen und ein Todesfall« (gemeinsam mit Rupert Henning). Er entwickelte die Figur der Bibi Fellner für den Wiener »Tatort«. Für seinen letzten Roman wurde ihm der Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur verliehen. Mit »Die Liesl von der Post« lässt er seiner Liebe zu lustigen und schrägen Frauenfiguren freien Lauf.

Uli Brée liest:

Krimifest Axams mit Uli Brée
Donnerstag, 9. Oktober 2025
Öffentliche Bücherei Axams, Sylvester-Jordan-Straße 12, 6094 Axams, 19:00
Eintritt: frei

Uli Brée – Ödipus

Ein Liesl-von-der-Post-Krimi, Band 3

Ein Geständnis und kein Opfer
Alle haben sich angekündigt. Von der Tiroler Landeshauptfrau bis zur Musikkapelle Oberöd. Kein Wunder, wird doch die seinerzeit in Unteröd geborene Pircher Veronika 105 Jahre alt. Damit ist sie die älteste Tirolerin und die zweitälteste Österreicherin überhaupt, wobei sich das in dem Alter sehr schnell ändern kann und schon liegt man weit vorne. Wenn auch nicht sehr lange. Daher heißt es sich sputen, wenn man einer 105-jährigen zum Geburtstag gratulieren will. Umso größer ist der Schreck, als sich herausstellt, dass Vronis Sohn, der Toni, steif und fest behauptet, seine geliebte Mutter einen Tag vor dem großen Fest ermordet und auf Nimmerwiedersehen entsorgt zu haben.

Warum hätte er das tun sollen? Warum jemanden umbringen, der schon mit beiden Beinen im offenen Grab hockt?
Da ist die Liesl gefragt. Normalerweise sieht sie ja Morde, wo keine sind. Diesmal muss sie allerdings dem Mörder beweisen, dass er keiner ist.

Über die Liesl:
Niemand weiß, wie Liesl eigentlich mit Nachnamen heißt. Sie weiß es selber nicht mehr so genau. Dazu müsste sie mal in ihrem Pass nachschauen, aber den hat sie bis jetzt nur einmal gebraucht und sonst nie wieder. Und Post bekommt sie auch nicht, obwohl sie bei der Post arbeitet.
Für die Leute in Öd ist sie einfach die Liesl von der Post. Wenn sie ein Problem hat, dann das, dass ihr die Welt da draußen zu anstrengend und ihr Heimatort Öd zu öd ist. Vielleicht kommt daher ihr Gedanke, dass sie hinter allem gleich ein Verbrechen vermutet. Oder erhofft. Oder in Betracht zieht.
Es ist nicht so, dass Verbrechen oder Krimis ihre Leidenschaft wären, es ist eher so, dass sie neben ihrer großen Empathie über einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn verfügt. Ihr ist es einfach zuwider, wenn das Böse siegt. Kurz gesagt: Die Liesl ist zu gut für diese Welt. Die Leute in Öd mögen die Liesl, auch wenn sie manchmal nervt, zu viele dumme Fragen stellt und sich für Miss Marple hält – nur in Gelb.
Aber die Leute sehen ihr das nach, weil sie alle wissen, dass die Liesl alles über sie weiß. Und so was schweißt zusammen. Ob man will oder nicht.

Carl Ueberreuter Verlag

Ödipus von Uli Brée

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